Dr. Sebastian Dunda Brust 09.10.2026
Patientenzufriedenheit nach Brust-OP mit Netz: Erfahrungen mit Galaflex TM
Eine Brust-OP soll langfristig überzeugen. Mir als Plastischer Chirurg in Berlin mit Spezialisierung auf Brustchirurgie ist es wichtig, dass meine Patient:innen zufrieden sind. Entscheidend ist insofern, wie stabil und zufriedenstellend sich das Ergebnis einer Brust-OP über die Jahre entwickelt.
Persönlich haben meine Patientinnen und ich gute Erfahrungen mit dem Einsatz von unterschiedlichen Netzen bei verschiedenen Behandlungen an der Brust gemacht, die unter anderem aufgrund der individuellen Gewebeverhältnisse verwendet wurden.
Im Folgenden erfahren Sie mehr über die Vorteile von Netzen, insbesondere von Galaflex und über die Erfahrungen damit.
Brust-OP mit Netz: Wie ein Innerer BH das Ergebnis langfristig stabilisieren kann
Bei bestimmten Voraussetzungen kann es sich anbieten, eine Brustoperation durch eine zusätzliche innere Stabilisierung zu unterstützen. Ein solches Netz, das auch als „mechanischer Innerer BH“ bezeichnet wird, dient dabei als zusätzliche Stütze für das Brustgewebe oder ein Brustimplantat.
Anders als beim chirurgischen Inneren BH wird hierbei nicht ausschließlich körpereigenes Gewebe zur Stabilisierung verwendet. Stattdessen wird ein zusätzliches Material in die Brust eingebracht und mit dem vorhandenen Gewebe vernäht und angepasst. Das Ziel ist, die Form der Brust langfristig zu stabilisieren und bei einer Brustvergrößerung mit Implantat oder auch bei einer Bruststraffung ohne Implantat auch dessen Position zu unterstützen. Hierdurch kann dann beispielsweise das Risiko eines Bottoming Out deutlich minimiert werden.
Ein Beispiel für ein solches resorbierbares Netz ist Galaflex. Dieses übernimmt zunächst eine stützende Funktion. Im Zuge der Heilung und im weiteren Verlauf wird das Material vom Körper abgebaut und durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt. Auf diese Weise wird die zusätzliche Stabilisierung auch über die eigentliche Heilungsphase hinaus erhalten bleiben.
Wohlgemerkt ist ein Netz nicht bei jeder Brust-OP notwendig. Ob eine solche zusätzliche Unterstützung sinnvoll ist, hängt vor allem von der individuellen Ausgangssituation und der Qualität des eigenen Brust- und Bindegewebes ab.
Wann ein Netz bei der Brust-OP sinnvoll sein kann
Als plastischer Chirurg kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass die Verwendung resorbierbarer Netze tatsächlich die Ergebnisse einer Brust-OP langfristig stabiler halten. In meiner Klinik in Berlin-Mitte habe ich diese sowohl im Zuge von Brustverkleinerungen als auch Bruststraffung sowie insbesondere auch bei Brustvergrößerungen mit Implantat unterschiedliche Netze seit mehr als 10 Jahren kontinuierlich verwendet.
Aufgrund dieser langjährigen Erfahrung mit der Anwendung von Netzen als innerer BH war unsere Klinik auch deutschlandweit eine der ersten beiden Kliniken, die das resorbierbare Galaflex-Netz erfolgreich anbieten konnte und seitdem auch regelmäßig nutzen.
Dabei bietet sich die zusätzliche Stabilisierung durch Netze besonders bei folgenden Voraussetzungen auf Patientenseite an:
Bei schwachem Bindegewebe
- sehr weiches oder wenig stabiles Brustgewebe
- stark gedehnte Haut
- Dehnungsstreifen als Hinweis auf eine geringere Gewebefestigkeit
- gegebenenfalls starke Gewichtsschwankungen
Bei einer Bruststraffung
- insbesondere bei deutlich hängender Brust
- wenn das Gewebe nach der Straffung langfristig wenig Eigenhalt erwarten lässt
- wenn besonders festes, drüsiges Brustgewebe vorliegt, jedoch schwaches Bindegewebe
- Ziel: Das gestraffte Gewebe zusätzlich „absichern”
Bei einer Brustvergrößerung mit Implantat
- zusätzliche Sicherung der Implantatposition
- insbesondere bei schwachem Gewebe zur Stabilisierung der IMF (Inframammärfalte)
- mögliche Anwendung zur Unterstützung des unteren Brustbereichs
- bietet zusätzliche Gewebeschicht und macht ein Implantat von unten weniger tastbar und auffällig
- Vermeidung bzw. Korrektur eines Bottoming Out als möglicher Anwendungsfall (Risiko einer Komplikation mit Brustimplantaten)
Bei REVISIONEN
- wenn nach einer früheren Brustoperation bereits eine Veränderung der Form oder Implantatposition eingetreten ist
- beispielsweise Bottoming Out oder andere Probleme mit der Stabilität
- zur Rekonstruktion der Muskelloge (‚dual-plane‘), wenn der Muskel aufgrund fehlerhafter Erst-Operation das Implantat nicht mehr ‚halten‘ kann
Ist ein Netz bei jeder Brust-OP notwendig?
Ein Netz ist bei einer Brustoperation für mich keine Standardlösung. Bei stabilem eigenem Gewebe kann eine Brustoperation wie beispielsweise eine kleine Reduktion der Brust oft ohne zusätzliches Netz erfolgen. Die Entscheidung für oder gegen ein Netz erfolgt individuell.
Ob ein Netz sinnvoll ist, lässt sich nicht anhand des gewünschten Ergebnisses entscheiden. Bei der Untersuchung beurteile ich auch die Qualität von Haut und Bindegewebe, der Festigkeit des Brustgewebes sowie die Ausgangsform der Brust.
Warum Patientinnen sich für eine Brust-OP mit Netz entscheiden
Viele Patientinnen wünschen sich nach einer Brustoperation ein Ergebnis, das nicht nur unmittelbar nach dem Eingriff überzeugt, sondern auch möglichst lange seine Form behält. Ein Netz kann dabei in bestimmten Ausgangssituationen eine zusätzliche Unterstützung liefern.
- Wunsch nach einem möglichst langfristig stabilen Ergebnis: Gerade wenn das eigene Brustgewebe wenig Halt bietet, kann die zusätzliche Stabilisierung dazu beitragen, die erreichte Brustform langfristig zu unterstützen und so beispielsweise die untere Brusthälfte ‚kurvig‘ erhalten (anstatt durchzusacken)
- Sorge vor einem erneuten Absinken der Brust: Insbesondere bei einer bereits deutlich hängenden Brust oder schwachem Bindegewebe kann die Frage eine Rolle spielen, wie sich das Gewebe nach der Straffung im Laufe der Jahre entwickelt.
- Verstärkung und Absicherung einer gestrafften Brust: Leidet eine Patientin an einer schweren oder hängenden Brust, fühlt sie sich nach der Brust-OP und dem Einsetzen des Netzes oft sogar ohne BH wohl im eigenen Körper.
- Wunsch nach einer zuverlässigen Implantatposition: Bei einer Brustvergrößerung kann ein Netz dazu dienen, das Implantat zusätzlich zu stabilisieren und seine Position zu sichern.
- Abwägung von Nutzen und möglichen Nachteilen: Auch wenn ein Netz zusätzliche Stabilität bieten kann, wird dabei immer berücksichtigt, dass zunächst ein zusätzliches Material in den Körper eingebracht wird. Im Falle von Galaflex wird dieses allerdings in Wasser und Kohlenstoffdioxid in einem Zeitraum von 12 bis 24 Monaten aufgelöst und in Kollagen umgewandelt.Zudem hat das Galaflex-Materal selbst einen anti-inflammatorischen Effekt, sodass eine Körperreaktion auf das Netz nahezu ausgeschlossen ist.
Nutzen und mögliche Risiken sollten prinzipiell bei jedem operativen Eingriff gegeneinander abgewogen werden. Letztlich sollte die Entscheidung für ein Netz immer individuell und nach einer ausführlichen Aufklärung getroffen werden. Gute Erfahrungen und eine hohe Zufriedenheit der Patientinnen können eine Rolle spielen, ersetzen aber nicht die persönliche Beratung.
Eine Patientin, die ich vor rund zwei Jahren mit einem Galaflex-Netz operiert habe, hat sich beispielsweise aufgrund einer zuvor an anderer Stelle durchgeführten Operation mit Implantaten und Bruststraffung und einem danach entstandenen ‚Bottoming Out‘ für diese zusätzliche Stabilisierung mit einem Galaflex-3d-Netz bei uns entschieden.
Was passiert mit dem Netz nach der Brust-OP?
Eine häufige Frage von Patientinnen ist, was mit dem Netz nach der Operation eigentlich passiert. Gerade weil es sich zunächst um zusätzlich eingebrachtes Material handelt, ist der Umgang des Körpers damit von Interesse.
- Direkt nach der Operation: Das Netz übernimmt zunächst eine mechanische Stützfunktion. Es stabilisiert das operierte Brustgewebe und kann bei einer Brustvergrößerung zusätzlich dazu beitragen, die Position des Implantats zu sichern.
- Im weiteren Heilungsverlauf: Mit zunehmender Heilung wird das Netz nach und nach vom Körper abgebaut. Gleichzeitig bildet sich körpereigenes Bindegewebe, das zunehmend die stabilisierende Funktion übernimmt.
- Nach 12 bis 24 Monaten: Bei Galaflex soll sich das Material im Verlauf dieser Zeit vollständig in kollagenreiches körpereigenes Bindegewebe umwandeln. Die langfristige Stabilisierung beruht damit zunehmend auf dem eigenen Gewebe und nicht dauerhaft auf dem ursprünglichen Netzmaterial.
Ist ein Netz nach der Brust-OP spürbar?
Eine weitere Frage, die Patientinnen vor einer Brust-OP verständlicherweise beschäftigt, ist, ob sie das Netz nach der Operation spüren oder sogar ertasten können. Schließlich soll die zusätzliche Stabilisierung nicht dazu führen, dass sich die Brust im Alltag unnatürlich oder wie mit einem Fremdkörper anfühlt.
In den ersten Wochen nach einer Operation kann das Netz stellenweise, insbesondere bei sehr schlanken Patientinnen durchaus tastbar sein, ohne jedoch Schmerzen oder Irritationen zu verursachen. Nach abgeschlossener Heilung berichten die von mir mit einem solchen Netz behandelten Patientinnen von einem angenehmen und unauffälligen Tragegefühl.
Das Netz selbst ist dann spätestens nach drei Monaten nicht mehr tastbar.
Mit zunehmendem Abbau des Materials und der Bildung von körpereigenem Bindegewebe tritt die ursprüngliche Netzstruktur zudem immer mehr in den Hintergrund.
Auch im Alltag steht für die Patientinnen meist nicht das Netz selbst im Vordergrund, sondern vielmehr die Frage, ob sich die Brust natürlich anfühlt und ihre Form und damit das neu gewonnene und geschätzte Körpergefühl erhalten bleiben.
Genau diese Zufriedenheit, die mir von Patientinnen gespiegelt wird, ist ein Grund,die Möglichkeit einer solchen zusätzlichen Stabilisierung hier zu thematisieren.
Fazit: Maximale Formstabilität
für ein verlässliches Langzeitergebnis
Grundsätzlich bietet der Einsatz von einem Netz wie Galaflex im Sinne eines ‚inneren BHs‘ immer mehr Stabilität in der Heilungsphase, entlastet dabei die heilende Hautnarbe, trägt in Teilen bei Implantaten das Gewicht der Implantate und sorgt so auch langfristig durch die Umwandlung in stabiles Kollagengewebe für Halt, Formstabilität und Schönheit.
Insbesondere bei schwachem oder stark gedehntem Gewebe kann eine zusätzliche innere Stabilisierung mit einem Netz bei einer Operation an der Brust helfen, die Brustform oder die Position eines Implantats bestens zu unterstützen. So kann hierdurch beispielsweise die Entstehung eines bottoming-out verhindert werden.
Dabei kommen in der Brustchirurgie unterschiedliche Netzmaterialien zum Einsatz, die sich unter anderem hinsichtlich des Materials, Struktur und Abbauverhalten unterscheiden. Galaflex ist ein Beispiel für ein langzeit-resorbierbares Netz, das im Laufe der Zeit abgebaut und durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt wird.
Welches Material und ob überhaupt ein Netz zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Operation und den individuellen Voraussetzungen ab. Ob eine zusätzliche Stabilisierung mit einem Netz infrage kommt, bespreche ich immer individuell und auf Grundlage des jeweiligen Befunds.
Aus meiner Sicht sollte nicht allein das unmittelbare Ergebnis einer Brust-OP betrachtet werden. Entscheidend für die Zufriedenheit meiner Patient:innen ist auch, wie sich Brustform und Stabilität über die folgenden Jahre entwickeln.
FAQ zu Brust-OP mit Netz (Erfahrungen mit Galaflex)
Wann entscheidet sich der Arzt für ein Netz und wann bewusst dagegen?
Entscheidend sind vor allem die Qualität des eigenen Brust- und Bindegewebes sowie die geplante Operation. Bei stabilem Gewebe ist ein Netz nicht zwingend erforderlich. Bei schwachem, stark gedehntem oder wenig belastbarem Gewebe kann eine zusätzliche Stabilisierung sinnvoll sein. Grundsätzlich ist es jedoch eines wichtig: ein Netz wie das langzeit-resorbierbare Galaflex bietet zusätzlichen Halt und Sicherheit.
Wird bei jeder Brust-OP in Berlin ein Netz eingesetzt?
Nein. Ein Netz ist für mich als Brustchirurg keine Standardmaßnahme bei einer Brust-OP. Ob eine zusätzliche Stabilisierung in Frage kommt, wird immer individuell anhand der Ausgangssituation und des gewünschten Operationsergebnisses entschieden. Liegt jedoch bereits ein Problem wie das Bottoming-Out nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten vor, dann ist der Einsatz eines solchen Netzes bei einer Lagekorrektur zur Stabilisierung und Rekonstruktion der Brustunterfalte immer zu empfehlen.
Wann wird Galaflex nach der Brust-OP im Körper abgebaut?
Galaflex ist ein langzeit-resorbierbares Netz und wird im Laufe der Zeit vom Körper abgebaut und durch körpereigenes Bindegewebe ersetzt. Nach etwa 12 bis 24 Monaten ist dieser Umbau abgeschlossen.
Können in beiden Brüsten unterschiedliche Netze eingesetzt werden?
Grundsätzlich kann die Wahl des Netzes von der jeweiligen Ausgangssituation und der geplanten Korrektur abhängen. Welche Art der Stabilisierung sinnvoll ist, wird individuell für die jeweilige Brust entschieden. Dabei können je nach Brustform auch verschiedene Netze eingesetzt werden.
Wie hält der Straffungs- und Stützungseffekt an, nachdem sich das Netz aufgelöst hat
Das Netz dient zunächst als zusätzliches Stützgerüst. Während es abgebaut wird, bildet der Körper eigenes Bindegewebe, das zunehmend die stabilisierende Funktion übernimmt. Der langfristige Effekt ist dann nicht mehr durch das ursprüngliche Netzmaterial, sondern durch das sich gebildete stabile Kollagengewebe gegeben.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Brust-OP mit Netz?
Die Heilungsphase ist individuell und hängt unter anderem vom Umfang der Operation ab. Grundsätzlich ist die Heilung bei Verwendung Verwendung eines langzeit-resorbierbaren Netzes nicht verlängert. Eher im Gegenteil fördert ein langzeit-resorbierbares Netz wie Galaflex die Wundheilung, da es zum einen das Gewebe stützt und so die darüber heilende Haut entlastet und zum anderen durch die anti-inflammatorische Eigenschaft des Materials (Poly-4-Hydroxybutansäure, kurz P4HB) auch Entzündungsreaktionen bei der Heilung des Gewebes reduziert.
Welche Risiken kann ein Netz bei einer Brust-OP haben?
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch beim Einsatz eines Netzes Komplikationen auftreten. Dazu zählen unter anderem Fremdkörper-Reaktionen auf das Netz oder Infektionen. Beides ist jedoch bei der Verwendung eines langzeit-resorbierbaren Netzes wie Galaflex sehr unwahrscheinlich, da das Netzmaterial selbst gegen Entzündungen wirkt und im Gegensatz zu nicht-resorbierbaren, permanenten Netzen keine weiteren Beschichtungen oder Ähnliches hat. Letztlich sollte der mögliche Nutzen eines Netzes immer individuell gegen mögliche Risiken abgewogen werden.

